Siena

Samstag 7. Oktober 2107

Leider hat es wieder nicht geklappt. Die Datenübertragung ins Internet ist vom Campingplatz Fontemaggio einfach viel zu langsam und wird ständig unterbrochen. Ein vernünftiges Arbeiten war nicht möglich. Gegen meinen Plan, in Ruhe den Vormittag noch hier zu verbringen, fuhr ich direkt nach Assisi. Glücklicherweise kannte ich eine gute Parkmöglichkeit in der zurzeit völlig überfüllten Stadt (Fest des heiligen Franziskus). Nahe dem Tempel der Minerva auf der Piazza del Comune fand ich in der Bar Trovellesi einen geeigneten Ort für meine Arbeit. Die Verbindung war gut und so konnte ich, inmitten des starken Besucherandrangs in der Bar, alle Blogberichte mühelos online stellen. Von Assisi machte ich mich auf den Weg zu dem circa 130 Kilometer entfernten Siena. Am Abend zuvor habe ich mir im Internet einige Ferienwohnungen in Siena und Umgebung angesehen. Ich wollte in der Toskana auf keinen Campingplatz, sondern in einem möglichst typischen Landhaus wohnen. In Telfe, einem Stadtteil von Siena wurde ich fündig. Eine nette und gemütliche Wohnung bei einem ehemaligen Gutshof wird mein Quartier für die nächsten drei Tage. Bei meiner Ankunft wurde ich von der Großmutter, dem Großvater und von zwei Bediensteten empfangen. Mit der Konversation hat es nicht so richtig geklappt und ich war sehr froh, als der Sohn des Hauses, Jacobo, früher wie erwartet eintraf. Mit ihm hatte ich am Vortag telefoniert und wir konnten uns auf Englisch gut unterhalten. Es war sehr warm und ich genoss die Nachmittagssonne im Garten vor dem Haus.

Gegen Abend schmiedete ich Pläne für die nächsten zwei Tage. Mein Vorhaben von hier mehrere Orte, in denen ich vor vielen Jahren schon mal war, wieder zu besuchen habe ich schnell verworfen. Ich habe beschlossen an diesem ruhigen und schönen Ort zu bleiben und „nur“ Siena anzuschauen um meine Bilder zu machen. Die Anstrengungen der vergangenen Wochen forderten ihren Tribut: ich war erschöpft und fühlte mich ausgebrannt. Den zweiten Tag verbracht ich im Haus und im Garten und lies es mir so richtig gut gehen. Gutes Essen, guter Wein – vom Hausherrn – und viel Schlaf taten mir sehr gut. Am späten Nachmittag zog es mich dann doch in die Stadt. In den letzten Sonnenstunden spaziert ich durch Siena und genoss den einmaligen Flair dieser Stadt. Schnell noch ein paar Lebensmittel gekauft und wieder zurück in meine Oase der Ruhe.

Gegen 21 Uhr begann es plötzlich heftig zu regnen und ein Gewitter mit Hagel zog über den Hügel hinweg. Es wurde sichtlich kälter. Am Morgen war es wieder sonnig aber man spürte, dass sich der Sommer verabschiedet hat und der Herbst Einzug hält. Ich verfiel in eine melancholische Stimmung und in mir wuchs der Wunsch bald wieder zuhause zu sein.

Heute, nach dem Mittagessen, besuchte ich wieder Siena und schoss die geplanten Bilder vom Piazza die Campo (Europas schönster Platzanlage) mit dem dominierenden Palazzo Publico und seinem 102 Meter hohen Turm – der sogar von meiner Wohnung aus zu sehen ist – und von der Cattedrale di Santa Maria Assunta aus schwarzem und weißem Marmor.

Leider hat Goethe in seinem Buch der „Italienischen Reise“ über Siena und Mailand nichts mehr geschrieben.

Nach drei Stunden wurden die Menschenmassen immer mehr und ich machte mich wieder auf den Rückweg. Unweit von der Porta Camollia geht es beim Antiporto insgesamt neun steile und lange Rolltreppen und -bänder hinab zur Tiefgarage beim Bahnhof. Ein günstiger und guter Ausgangspunkt für einen Besuch des historischen Zentrums. Jetzt ist es Zeit für ein Abendessen und zum Planen des morgigen Sonntags – es geht weiter nach Florenz.

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