Mailand

Mittwoch, 11.Oktober 2017

9.30 Uhr Abfahrt in Florenz. Tapfer hat sich mein vierrädriger Freund geschlagen – mühelos überquerten wir die Apenninen und waren eineinhalb Stunden später schon in Bologna. Stahlblauer Himmel, gemäßigtere Temperaturen und fallendes Laub machten mir endgültig klar – es ist Herbst! Ich hoffe nur, dass die kommenden Nächte nicht mehr so kalt werden wie die in Florenz. Bei 6 Grad Außentemperatur wird es in meinem Camper doch ordentlich frisch und feucht. Nach einer ausgiebigen Mittagspause fuhr ich mit dem Linienbus in die Stadt und besuchte nochmals das Archiginnasio (die Bibliothek der alten Universität). Ich machte noch einige Aufnahmen, die mir beim ersten Besuch entgangen waren. Danach ließ ich mich treiben und lief kreuz und quer durch das historische Bologna. Im Universitätsviertel ging ganz schön was ab – es hatte den Anschein, dass viele Studenten ihr Examen bestanden hatten. Überall wurde ausgelassen gefeiert und es herrschte im ganzen Viertel eine ungezwungene Heiterkeit.

Zurück am Campingplatz habe ich noch zu Abend gegessen, rauchte noch gemütlich ein Pfeifchen zu einem guten Tropfen und ging sehr früh ins Bett.

Im Morgennebel verlies ich Bologna. Via Modena, Parma und Piacenza erreichte ich zur Mittagszeit Milano. Alle diese berühmten oberitalienischen Städte, an denen ich nur vorbei fuhr, hätten es verdient gehabt sie zu besuchen. Doch dafür war keine Zeit mehr und wenn ich ganz ehrlich bin hatte ich auch nicht mehr die nötige Ruhe, diese Metropolen zu besichtigen. In Mailand hat Goethe, bevor er Italien verlassen hat, zwei Wochen verbracht. Leider findet man, wie schon von Siena, in seinem Buch der italienischen Reise keinerlei Vermerke darüber. Um dennoch ein Motiv mit nach Hause zu bringen war der Dom mein Ziel. Camping Village Citta Milano liegt, was die Anbindung an die Autobahn betrifft, sehr günstig. Dafür sind es aber bis zur Stadtmitte und zum Dom circa 9 Kilometer. Es gab drei Möglichkeiten dorthin zu kommen: Erstens zu Fuß – dauert zu lange und ist mir zu anstrengend. Zweitens mit öffentlichen Verkehrsmitteln – ist mir nach all den Tagen im Moment zu stressig. Drittens per Taxi – bequem aber teuer. Ich wählte die letzte Variante. Das Taxi war schnell zur Stelle und nach 20 Minuten und 30 Euro war ich am Dom.


Wie auf allen bekannten Plätzen auch hier dasselbe Bild. Touristen, Touristen und nochmals Touristen. Wie schon in Florenz hatte ich zeitweise das Gefühl in Japan oder China zu sein. Ich versuchte mich an die Jahre, an denen ich schon in Mailand war, zu erinnern, und bin der Meinung, dass es damals (vor über 30 Jahren) nicht so überfüllt und hektisch war. Die Bilder waren schnell gemacht und so besuchte ich noch die angrenzende Galleria Vittorio Emmanuele II und das nahegelegene Teatro alla Scala.

Eine Weile schlenderte ich noch bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen durch die Stadt und war dann bereit mich auf das Abenteuer Metro und öffentliche Buse einzulassen. Nach unzähligen Stopps an den Haltestationen und etwas mehr als eine Stunde später – dafür um nur 3 Euro leichter – war ich wieder auf meinem, für diese Reise, letzten Campingplatz. Viel ist, wie schon in Bologna, nicht mehr los – die Campingsaison geht so allmählich zu Ende. Die wirklich zuverlässigen Gäste, die sich jeden Abend  einstellen sind Moskitos. Dank eines elektrischen und eines echt schwäbischen „Muggabätschers“ haben die Plagegeister bei mir aber kein Glück.

Leider habe ich mich etwas erkältet und es sieht alles danach aus, dass die kommende Nacht auch wieder sehr kalt wird. Die Vorfreude auf die morgige Heimfahrt lässt dies aber leichter ertragen.

Die warmen Klamotten sind für Morgen schon bereitgelegt – nach 46 Tagen tausche ich zum ersten Mal meine kurzen Hosen und meine Sommerhemden gegen eine lange Jeans, ein Flanellhemd und eine warme Weste!

Ciao bella Italia!

 

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